Philharmonie Schwäbisch Gmünd e.V.

Konzert



  • Samstag, 25. April 2026
    CCS Stadtgarten, 20:00 Uhr
    Konzerteinführung 19:00 Uhr



    Robert Schumann (1810-1856)
    Ouvertüre op. 136 zu Goethe´s Hermann und Dorothea

    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219

    Louis Spohr (1784-1859)
    Auszug aus der Sinfonie Nr. 9 h-Moll op. 143 „Die Jahreszeiten"

    Sir Edward William Elgar (1857-1934)
    Three Characteristic Pieces op. 10

    Knud Jansen, Dirigent
    Isabelle Farr-Schmid, Violine

    Zur Online-Ticketbuchung

Komponisten und Werkbeschreibungen



  • Robert Schumann (1810-1856)
    Ouvertüre op. 136 zu Goethe´s Hermann und Dorothea

    Robert Schumanns Ouvertüre zu Goethes Versepos „Hermann und Dorothea“ op. 136 entstand im Dezember 1851 innerhalb von nur fünf Tagen. Ursprünglich plante Schumann eine ganze Oper, dann ein Singspiel, schließlich ein Oratorium – und doch entstand Ende 1851 in kürzester Zeit nur eine Orchesterpartitur, die dann zu Lebzeiten ungedruckt blieb. Das Stück wird oft als „Revolutions-Ouvertüre“ bezeichnet. Schumann integrierte die Marseillaise in die Komposition, was auf die im Epos thematisierten Wirren der Französischen Revolution anspielt. Die markante thematische Verwendung der Marseillaise ist dabei mehrfach motiviert. Goethes Text spielt 1796, als die Liebenden vor den französischen Revolutionstruppen fliehen, die Revolutionsereignisse des Jahres 1848 hatte Schumann in Dresden unmittelbar miterlebt, und schließlich dürfte auch der Staatsstreich Louis Napoleons am 2. Dezember 1851 seine Wirkung gezeitigt haben. Hauptquelle der Urtextausgabe von Schumanns Revolutions-Ouvertüre ist das sorgfältig geschriebene Autograph.



  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219

    Mozarts Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur, KV 219 entstand 1775 in Salzburg, in einer Phase außergewöhnlicher Produktivität. Innerhalb weniger Monate schrieb der 19-jährige Mozart gleich fünf Violinkonzerte – vermutlich für sich selbst oder für den Salzburger Hofviolinisten Antonio Brunetti. Das fünfte ist das letzte und zugleich das reifste dieser Reihe: elegant, geistreich und voller Charakterwechsel. Salzburg stand damals unter der Herrschaft von Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo. Mozart war als Konzertmeister an den Hof gebunden, fühlte sich jedoch zunehmend eingeengt durch die starren Hierarchien und den funktionalen Musikbetrieb. Diese innere Spannung – zwischen Anpassung und persönlichem Ausdruck – spiegelt sich auch im Violinkonzert Nr. 5 wider. Der Beiname „Das Türkische“ verweist auf den Zeitgeschmack des 18. Jahrhunderts: In ganz Europa war man fasziniert von der sogenannten alla-turca-Mode, inspiriert von osmanischer Janitscharenmusik mit markanten Rhythmen und scharfen Klangfarben. Mozart griff diese Mode auf, aber nicht oberflächlich – vielmehr als bewusstes Stilmittel und Kontrast. Er verbindet in diesem Konzert höfische Anmut mit Witz, Tiefe und kleinen Momenten des Aufbegehrens. Insgesamt ist das Konzert ein Spiel mit Gemeinschaft und Individualität: Die Violine hebt sich aus dem Orchester heraus, gehört aber immer wieder zu ihm zurück. Vielleicht liegt genau darin sein besonderer Reiz – es gibt Halt, ohne einzuengen, und Freiheit, ohne den Boden zu verlieren.



  • Louis Spohr (1784-1859)
    Auszug aus der Sinfonie Nr. 9 h-Moll op. 143 „Die Jahreszeiten"

    Louis Spohrs Sinfonie Nr. 9 h-Moll op. 143 „Die Jahreszeiten“ entstand 1850–1851, also in Spohrs später Schaffensphase. Sie ist eine programmsinfonische Komposition und gehört zu seinen letzten vollendeten Sinfonien. Spohr, der zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten galt, blickt hier bewusst zurück – musikalisch wie geistig. Spohr lebte in einer Umbruchszeit: Er war Zeitgenosse von Beethoven, Schubert und später Mendelssohn, blieb aber stilistisch dem klassisch-romantischen Ideal treu. Die musikalischen Revolutionen eines Wagner oder Liszt lehnte er ab. Um 1850 war er bereits ein angesehener, aber als Komponist zunehmend als konservativ wahrgenommen. „Die Jahreszeiten“ sind Ausdruck dieser Haltung: keine radikale Neuerfindung der Sinfonie, sondern eine poetische, verständliche Programmmusik, die Natur, Zeit und menschliches Erleben miteinander verbindet. Anders als Vivaldi oder Haydn geht es Spohr weniger um konkrete Naturmalerei, sondern um Stimmungen und Lebensgefühle, die mit den Jahreszeiten verbunden sind. Die Sinfonie entstand in einer Zeit politischer Unruhe (nach den Revolutionen von 1848), was den nachdenklichen, teilweise melancholischen Grundton des Werks erklärt – besonders die Wahl von h-Moll als Grundtonart ist ungewöhnlich und bewusst ernst. Sie hören aus der Sinfonie „Die erste Abtheilung“: Der Winter, der Übergang zum Frühling und der Frühling.



  • Sir Edward William Elgar (1857-1934)
    Three Characteristic Pieces op. 10

    Sir Edward William Elgar – Three Characteristic Pieces op. 10 entstanden 1892, also in Elgars früher Schaffensphase, lange bevor er mit den Enigma Variations (1899) internationalen Ruhm erlangte. Die drei kurzen Orchesterstücke (ursprünglich auch in anderen Fassungen gedacht) gehören zu jenen Werken, mit denen Elgar sich Schritt für Schritt als eigenständige Stimme der englischen Musik etablierte. Ende des 19. Jahrhunderts befand sich die englische Musik in einer Phase der Selbstsuche. Nach Jahrhunderten der Dominanz kontinentaleuropäischer Vorbilder (vor allem deutscher) wuchs das Bedürfnis nach einer eigenen nationalen Tonsprache. Elgar, selbst weitgehend Autodidakt und katholischer Außenseiter im viktorianischen England, stand zwischen den Welten: tief geprägt von Brahms und Wagner, zugleich auf der Suche nach einer persönlich-englischen Klangsprache. Die Three Characteristic Pieces spiegeln genau diese Situation wider. Sie sind keine Programmmusik im engeren Sinn, sondern Charakterstudien – musikalische Stimmungsbilder, die weniger erzählen als Atmosphären und innere Haltungen einfangen. Schon hier zeigt sich Elgars besonderes Talent für feine Orchestrierung und emotionale Nuancierung.